Auf das richtige Format kommt es an: Poledance Kurssysteme unter der Lupe

Ich habe in meinen 2,5 Jahren Poledance Kursen Teilnahmen bisher einige (völlig unterschiedliche) Konzepte kennenlernen dürfen. Lange Zeit habe ich nicht nach rechts und links geschaut und bin irgendwann an meine Grenzen gestoßen. Es ging plötzlich nichts mehr weiter. Obwohl mir die regelmäßige Bewegung nach wie vor sehr gut getan hat, blieben die Erfolgserlebnisse aus.

Aus beruflichen Gründen war ich gezwungen für eine gewisse Zeit das Land zu wechseln (von Österreich nach Deutschland) und habe dort alles ausprobiert, was nur möglich war (auch wenn das Fahrtzeiten von 3 h bedeutet hat, um eine Poledance-Stunde zu besuchen).

Diese Zeit war wahnsinnig spannend und ich hatte das Gefühl, mir wurden die Augen geöffnet. Es gibt so viele verschiedene Konzepte und Formate. Ok zugegebenermaßen kommt es natürlich stark auf den Wohnort an, denn nicht überall hat man eine rießen Auswahl an gut erreichbaren Studios. Hat man aber die Möglichkeit auch ein anderes Studio anzuschauen, würde ich das unbedingt empfehlen.

Ich glaube gerade für Anfänger ist es wichtig das richtige Studio zu finden. Landet man in einem Studio, dessen Konzept einem nicht zusagt, besteht die Gefahr, dass dieser tolle Sport gar keine echte Chance erhält und man gleich wieder aufhört. Aber auch für begeisterte Poledance Fans kann ein neues Kursformat ein großer Schritt nach vorn sein.

Ich möchte euch im Folgenden einige Konzepte ein bisschen näher vorstellen. Es soll einen kleinen Vorgeschmack bieten, was es noch so alles gibt da draußen.

 

Das Level-Choreo System

Dieses System baut auf Level-Kursen auf, welche größtenteils isoliert einzelne Tricks und Spins sowie Dancemoves und Floorwork beinhalten. Die einzelnen Teile werden genau erklärt und jeder hat Zeit diese gezielt zu üben. Kombinationen sind meistens nicht vorgesehen.

Neben diesen gibt es dann auch Choreo Kurse. Aufbauen auf den Teilen, die im Level gelernt wurden, wird hier eine Choreo zusammengestellt und geübt.

Fazit: Man lernt schnell viele neue Tricks und Spins. Liegt einem etwas mal nicht, so kommt schnell etwas neues. Gut, wenn man gezielt zwischen akrobatischem Training und tänzerischem Training entscheiden möchte und sein Training selbst zusammenstellen will.

 

Das All-In-One System

In diesem Kurssystem gibt es nur ein Format. Diese ist in der Regel auch unterteilt in verschiedene Stufen (Anfänger, Fortgeschrittene, Profis). Es gibt 1-2 Termine jedes Schwierigkeitslevels pro Woche. In den Stunden werden neue Tricks, Spins, Dancemoves und Floorwork erlernt und mit bereits bekannten Teilen kombiniert. Außerdem wird in vielen Fällen auch gleich eine Choreo mit den neuen Teilen einstudiert. Die Choreo ist dann der erfolgreiche Abschluss der aktuellen Kursreihe. In diesem System werden in jedem Kurs neue Teile und neue Choreos angeboten, so dass die Teilnehmer angehalten sind die Kursreihe öfter zu besuchen. Genau genommen so lange, bis sie sich bereit fühlen einen Level aufzusteigen. Ich habe auch erlebt, dass es für diesen „Aufstieg“ in ein neues Level einen Praxistest gab: Es musste die vorgegebene Choreo fehlerfrei vor den anderen vorgetanzt werden. Jeder Absolvent wurde dann herzlich gefeiert.

Fazit: Man lernt weniger schnell neue Sachen, davor sehr viel detailierter. Das Konzept ist mit Sicherheit anspruchsvoller, so dass es nachvollziehbar ist dass die Kurse öfter besucht werden sollten. Gut, wenn man ein ganzheitliches Training möchte undkeinen großen Wert darauf legt, ständig neue spektakuläre Tricks zu lernen.

 

Das Dauer-Paket

Dieses Kurssystem besteht oft nur aus 2-3 Schwierigkeitsleveln. Es ist ähnlich wie das All-In-One System, allerdings ist hier das besondere, dass die Kursreihe ein halbes oder ein ganzes Jahr läuft. Ähnlich wie in einem Sportverein oder wie bei Universitätssportangeboten. Die Gruppenmitglieder lernen sich dadurch sehr gut kennen, manchmal machen sie sogar gemeinsame Auftritte. Trainiert wird meistens 2x die Woche. Innerhalb solcher Kursreihen wird alles behandelt: Tricks, Spins, Dancemoves und Floorwork, Kombinationen, Choreos, Spinning, etc.

Fazit: Das Training ist stark von den Mitgliedern abhängig. Gut, wenn man sich selbst nur schwer zum Training motivieren kann und gern neben einem neuen Hobby auch gleich neue Freunde findet.

 

Ich hoffe auf jedenfall, dass jeder das für sich passende Format findet!
Happy Training!

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Poledance aus psychologischer Sicht

Wie lässt sich die Faszination dieser Sportart erklären?

Heute möchte ich mal eine neue Sichtweise auf Poledance wagen: Ich werde die Sportart aus einer psychologischen Perspektive betrachten und zu erklären versuchen.

Der Ursprung liegt in der Kindheit

Was auffällt: Kinder lieben Stangen: Sie klettern gern auf Spielplätzen oder Bäume und bringen sich regelmäßig an ihre Grenzen. So entwickeln sie sich weiter. Dieser Spieltrieb ist nichts anderes als Lernen durch Versuch und Irrtum. Dieser Instinkt ist die Voraussetzung, dass ein Kind das Laufen, Schwimmen oder Radfahren erlernt.

Dieser Instinkt wird bei Erwachsenen durch das Poledance scheinbar wieder erweckt: Man möchte schneller spinnen, höher klettern, länger halten etc. Auch hier werden komplexe Bewegungsabläufe immer wieder versucht, bis sie mit genügend Übung funktionieren. Durch diesen spielerischen Charakter steht der Spaß im Vordergrund und nicht die Anstrengung. Der Effekt: Man merkt gar nicht, wie viel man eigentlich gerade trainiert.

Der Weg ist das Ziel: Die Steigerung der Selbstwirksamkeit

Die Selbstwirksamkeit ist die eigene Überzeugung, die nötige Kompetenz zu besitzen bevorstehende Hürden und Barrieren meistern zu können. Es ist also das Selbstvertrauen und der Glaube an sich selbst für bevorstehende Aufgaben. Während es verschiedene Quellen gibt, aus denen die Selbstwirksamkeit entwickelt und ausgebildet werden kann, sind die eigenen Erfahrung die wichtigste Quelle: Die Erfahrung, durch Anstrengung ein Ziel zu erreichen, bewirkt, dass man sich auch in Zukunft für fähiger hält, schwierige Anforderungen zu meistern.

Fazit: Yes YOU can!

Nun haben wir, bezogen auf Poledance, eine sehr glückliche Kombination: Die Stange lädt zum Klettern ausprobieren und „spielen“ ein – wie damals auf dem Kinderspielplatz und zweitens erreicht man relativ schnell regelmäßige Erfolge, dies steigert die Selbstwirksamkeit – für Poledance aber auch für andere Lebensbereiche. Das Glücksgefühl, wenn man ein Ziel erreicht hat auf das man hingearbeitet hat, kann sich auch auf andere Herausforderungen des Lebens übertragen und helfen, diese zu meistern. Ich z.B. fühle mich seit ich Poledance mache stärker – aber nicht nur körperlich, sondern auch psychisch. Ich weiß, dass ich alles erreichen kann, wenn ich mich genügend anstrenge. Und das ist ein tolles Gefühl! 😉

Was tun gegen die Schmerzen?

Eines steht fest: Poledance kann sehr sehr schmerzhaft sein. Ganz besonders am Anfang machen viele Mädels die Erfahrung, dass das Training schnell weh tut und plötzlich sehr viele Körperregionen gereizt reagieren. Oft ist dies auch ein Grund, warum bereits am Anfang wieder aufgegeben wird. Nachdem Poledance eine ganz wunderbare Sportart ist, hoffe ich hiermit der einen oder anderen Anfängerin ein bisschen die Angst nehmen zu können.

Meine Tipps gegen Schmerzen:

  • Bei oberflächlichen Schmerzen auf der Haut (Reibung, Quetschung etc.):
    Blaue Flecken gehören zum Poledance absolut dazu. Entdeckst du schmerzhafte blaue Flecken nach dem Training und am nächsten Tag ist das völlig normal. Tut es schon während dem Training weh, würde ich versuchen die Haltung (Griff oder Körperhaltung) zu variieren. Oft kann man so größeren Schmerzen vorbeugen!
  • Bei tiefgehenden Schmerzen (z.B. im Handgelenk oder muskulär):
    Unbedingt mit der aktuellen Übung aufhören und ggf. etwas anderes machen. Gerade Handgelenke sind bei einigen Griffen sehr sensibel.

Ich bin natürlich kein Arzt (und gebe daher auch keine medizinischen Ratschläge)! Aber mit diesem Post hoffe ich denjenigen Hoffnung machen zu können, die aufgrund der Schmerzen alles hinschmeissen. Denn das beste ist: Die Schmerzen lassen nach und schon bald tun anfangs sehr schmerzhafte Übungen überhaupt nicht mehr weh! Nur Mut! Übung macht den Meister!

Die 3 größten Diskussionen im Poledance

Wenn man Poledance betreibt, trifft man früher oder später immer auf die gleichen Diskussionen. Besonders wenn man verschiedene Studios und Konzepte kennenlernt, wird man schnell feststellen, was für die einen ein NoGo ist, gehört für die anderen zum Standardrepertoire. Dabei kann man sich untereinander oft nicht einigen. In diesem Artikel möchte ich die drei größten Diskussionen aufgreifen, etwas näher beleuchten und versuchen einen Kompromis zu finden.

1. Sexy Tanzaufführung in einer Bar oder Sport im geschlossenen Raum?

Wie schon im letzten Artikel zu den verschiedenen Begriffen Poledance / Polefitness / Poleart erläutert, gibt es Poledance in verschiedensten Ausführungen und Interpretationen. Eine Konsequenz, die sich aus der High-Heels/Floorwork-Strömung unweigerlich ergibt, ist das aufreizende, sexy Tanzen in öffentlichen Bars und Discos. Gemeint sind Auftritte von den Poledancerinnen, die freiwillig, spontan und ohne Bezahlung eine Stange betanzen.
Was man zunächst sagen muss, dass Poledance  Frauen zu einem besseren Körpergefühl und Selbstwert verhilft, weil der Sport gekennzeichnet ist von einfachen, schönen Bewegungen und häufigen Erfolgserlebnissen. Sobald Frau eine grazile, elegante Bewegung gezeigt bekommt und diese dann schnell überraschend schön nachmachen kann, erfährt sie eine Bestätigung. So entsteht eine positive Verbindung zum eigenen Körper. Diese „einfachen, schönen“ Bewegungen sind aber eher die aufreizenden. Möchte man diesen Erfolg nun mit der Öffentlichkeit teilen, so bietet sich eine Bar oder ein Club mit Stange besonders an. So kann Frau mit Stolz aller Welt zeigen, wie sexy und elegant sie ist.
Poledance im Sinne der Fitness-Strömung gehört in einen geschlossenen Raum bzw. in ein Fitnessstudio. Das Training findet teilweise mit Sportschuhen statt und es gibt keinen Grund für Außenstehende, daran als Zuschauer teilzunehmen. Allerdings ist hier das Erfolgserlebnis das gleiche: Frei nach dem Motto höher, schneller, weiter lernen auch hier Frauen ihre angeblichen Grenzen zu überwinden und neu zu stecken. Auch hier wird das Selbstbewusstsein kontinuierlich gepusht.
Diese beiden Strömungen haben so unterschiedliche Bilder von dem Sport, das eine Einigung unmöglich scheint. Die einen werfen den anderen vor, den gerade etablierten Sport wieder ins Rotlicht zurückzustufen, die anderen sprechen von einer konservativen Engstirnigkeit. Fakt ist: Frauen fühlen sich wohler und sind stolzer auf sich und ihre Leistungen – das ist ein großer Gewinn. Fakt ist auch, dass sich dieser Stolz sehr verschieden ausdrückt. Ich persönlich halte von beiden Extremen nicht so viel: Weder das halbnackte Geräckel in der Öffentlichkeit, noch das Degradieren zu rein sportlichen Aspekten halte ich für richtig. Sexy Bewegungen gehören dazu, Hüftkreise und Körperwellen sind schön anzusehen und relativ einfach zu lernen und aus den meisten Choreographien nicht mehr wegzudenken. Mit Poledance muss sich niemand im Fitnessstudio verstecken und von Geräteübungen erzählen, man muss aber genausowenig zum Gelegenheitsstripper ohne Ausziehen mutieren. Aber: Wenn sich Frau wohl damit fühlt, warum nicht.

2. Auf links oder auf rechts?

Der zweite große Streitpunkt beim Poledance ist die Seite, auf der man die Elemente macht: Links oder Rechts. Jeder Spin und jeder Trick hat eine bestimmte Seite, z.B. ein Bein mit dem angefangen wird oder ein Arm, der eine tragende Rolle übernimmt. Während in den einen Studios alles nur auf eine Seite trainiert wird (das wäre dann individuell die Seite, mit der man sich wohler fühlt) ist es in anderen Studios Voraussetzung alle Elemente auf links und rechts zu können, um ins nächste Level aufzusteigen. Das Hauptargumente ist: Sonst würde man die Muskulatur nur einseitig ausbilden, was im schlimmsten Fall zu Fehlhaltungen führen kann.
Fakt ist: Bei fast allen komplexeren Bewegungen hat der Mensch eine Seite, mit der die Bewegung besser geht: Wir sind endweder rechts- oder linkshänder, den ersten Schritt machen wir automatisch immer mit dem gleichen Bein und sogar bei unseren Augen gibt es ein dominantes. Dass also auch beim Poledance eine Seite besser geht, ist natürlich. Soll man also die schlechte Seite trainieren? Das Argument mit der einseitigen Muskelbildung ist nachvollziehbar, klar werden auf jeder Körperseite dann andere Muskeln trainiert. Aber alle Tricks und Spins auf beiden Seiten zu üben ist ein enormer Aufwand und hinsichtlich Choreographien überhaupt nicht nötig. Es wäre also nur um den guten Willens zuliebe. Vergleichen wir das Dilemma mal mit anderen Sportarten: Beim Turnen zum Beispiel, werden in der Regeln manche einfacheren Teile beidseitig geübt. Aber wird von einem Turner verlangt, den Handstand auch mal mit dem anderen Bein aufzuschwingen? Bittet man den Weit- oder Hochspringer auch mal mit links abzuspringen oder von rechts anzulaufen? Üben Speerwerfer extra mit beiden Armen? Müssen Eiskunstläufer ihre Pirouetten in beide Richtungen können? Wie ist es bei Tennisspielern?
Das klingt für mich alles sehr absurd. All diese Sportler belasten den Körper einseitig und ein generelles Problem einer Fehlhaltung wäre mir nicht bekannt.
Daher das Fazit: Einfache Sachen kann man gut und gern beidseitig trainieren. Wer Spaß daran hat sich die Mühe zu machen bereits erlernte Teile auf der anderen Seite ein zweites mal erlernen zu wollen, der soll das gern machen. Praktisch relevant (für die Haltung bzw. Choreos) ist es nicht. Aber wer meint sehr schwierige Sachen auf die schlechte Seite zu trainieren, der ist scheinbar ein Profi und sucht nach neuen Herausforderungen.

3. Poledance Online lernen

Immer wieder stoße ich auf das dritte und letzte NoGo: Online-Tutorials. Während manche Poledancer ihr gesamtes Repertoire aus Videos haben, warnen andere eindringlich davor irgendetwas nachzumachen ohne der Anwesenheit einer erfahrenen Trainerin. Hauptargument ist die erhöhte Verletzungsgefahr. Mittlerweile gibt es bereits Bücher, Tutorials und ganze Kurse auf dem Markt, in denen Spins und Tricks inklusive Vorübungen erklärt werden.
Ich habe professionelle Poledancerinnen kennengelernt, die von solchen Onlinekursen alles gelernt haben, was sie jetzt können. Der Grund: Es gab zu dieser Zeit noch kein Studio in der Nähe. Keine hat sich dabei verletzt oder schlechte Erfahrungen gemacht. Trotzdem bleibt die Gefahr, dass ein Tutorial nicht die wesentlichen Dinge rüberbringt, die für die Sicherheit nötig sind. Allein die Anwesenheit von anderen Personen kann das subjektive Gefühl der Sicherheit steigern. Von daher ist an dieser Stelle kein klares Fazit zu ziehen. Man kann sagen, es kommt stark darauf an, um welchen Online-Kurs es sich handelt. Kostenlose Tutorials können nicht unbedingt dafür geeignet sein als Vorlage für einen weniger erfahrenen Poledancer zu dienen. Wenn sie gut gemacht sind, dann aber schon. Wenn man der Typ dafür ist, können Onlinekurse das fehlende Kursangebot in der Umgebung ersetzen, was ein großer Vorteil ist. Ein generelles NoGo zum Thema Poledance Online lernen muss man daher eindeutig verneinen.
In diesem Sinne… Egal wo und wie: Happy Training!

Poledance / Pole Fitness / Pole Art – na was denn nun?

Ok, dieser Blog soll also von Poledance handeln… Oder doch lieber Pole Fitness? Oder sollte man lieber Pole Art sagen?

Zunächst ist es wichtig zu erwähnen, dass keiner der Begriffe geschützt ist. Das bedeutet, dass jeder diese Ausdrücke verwenden darf. Wenn man im Internet zum Thema Poledance recherchiert, stößt man auf mehrere Bezeichnungen wie z.B. „Pole Sport“, „Pole Workout“ oder „Pole Fitness“. In diesem Artikel möchte ich versuchen die Entstehungsgeschichte der verschiedenen Begriffe zu erklären sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzeigen.

Wie alles begann: Woher kommen all diese Begriffe eigentlich?

Poledance selbst hat ja bekanntlich seine Wurzeln im Rotlichtmileu. Allerdings hat Poledance eine viel längere Tradition im chinesischen Zirkus. Darüber hinaus wurde die Stange auch schon in Indien als Trainingsgerät benutzt, um Reflexe, Koordination und Muskeln bei Wrestlern zu trainieren. Richtig populär ist der Stangentanz allerdings erst vor einigen Jahren geworden. Bis heute schießen auf allen Kontinenten der Welt die Poledance-Studios nur so aus dem Boden und gewinnen immer mehr Kundinnen und Kunden. Und mit der steigenden Beliebtheit kommen auch die unterschiedlichsten Wortneuschöpfungen. In der folgenden Tabelle möchte ich versuchen die Begriffe voneinander abzugrenzen. Der Einfachheit halber habe ich die drei Ausdrücke gewählt, die vermutlich am weitesten verbreitet sind: Poledance, Pole Fitness und Pole Art.

Poledance Pole Fitness Pole Art
– Bekannt aus dem Rotlichtmileu

Kennzeichen: Aufreizende Bewegungen, High Heels und sog. „Floorwork“ (=Räkeln am Boden)

Zusätzlich: Anspruchsvolle, akrobatische Figuren auf und an der Stange

– In der Praxis als Überbegriff und Synonym verwendet

– Ursprung vermutlich in den USA

– Kombination von Poledance und Aerobic, Pilates und Yoga

Kennzeichen: Workout zur Kräftigung und Mobilisierung des gesamten Körpers

– Trainer oft ausgebildet und zertifiziert (einen internationalen Standard gibt es allerdings nicht)

– Entstanden als professionelle Tänzer auf Poledance aufmerksam wurden

Kennzeichen: Tänzerische, künstlerische Ausdruckskraft der Pole-Choreografien

– Verbindung von Polelementen und den verschiedensten Tanzformen

Zusätzlich: Anspruchsvolle, akrobatische Figuren an und auf der Stange

Auch wenn sich alle drei Begriffe relativ klar voneinander abgrenzen lassen, darf nicht vergessen werden, dass es  in der Praxis meist Mischformen gibt. Schließlich ist die Stange selbst immer ein Gerät, das eine enorme körperliche Leistung fordert (wie mein Pole Fitness) und egal ob in High Heels oder in Verbindung eines Jazz-Tanzes,  das Repertoire an Elementen und Figuren ist weltweit fast identisch. Es handelt sich also eher um eine Interpretations- und Auslegungssache und weniger um völlig unterschiedliche Disziplinen.

Unterschiedliche Interpretationen und Konzepte von Poledance

Nun ist also klar, Poledance bleibt eine Art Tanz an einem Fitnessgerät, es kann aber ganz unterschiedlich interpretiert werden. Daher entspringen auch die verschiedensten Konzepte von Poledance-Studios. Die Vielfalt ist beachtlich, betrachtet man mehrere Studios in einer größeren Stadt, so gleichen sie sich oft nur in den Grundzügen. Das konkrete Konzept, das hinter dem Begriff „Poledance“ steht, ist überall ein wenig anders und vermischt die verschiedenen Aspekte mit einem Schwerpunkt in die eine oder andere Richtung.

Fazit: Was also tun mit dieser Vielfalt an Interpretationen?

Das wichtigste, das sich aus dieser Vielfalt für jeden einzelnen ergibt ist, dass jeder ein Studio finden muss, das seinen persönlichen Geschmack am besten trifft. Die Lust am Poledance kann schnell vergehen, wenn man sich in den Stunden bei dem, was man tut, einfach nicht wohlfühlt. Trotzdem soll an dieser Stelle nochmal betont werden, dass in Poledance immer ein wenig von allem steckt: Tanz, sexy Bewegungen und Akrobatik. Bei den weltbesten Poledancern wird das schnell deutlich: Dort werden alle drei Kategorien auf dem höchsten Anspruchsniveau erfüllt. Aber genau das macht Poledance eben zu einer einzigartigen Sportart, die ich nur jedem wärmstens empfehlen kann.

 

A Poledancers Blog geht online!

Da bin ich nun, nach längerer Überlegung – ich habe immer wieder Pros und Kontras abgewogen – jetzt bin ich mit meinem Poledance Blog online. Und das hat einen Grund: Für Poledance gibt es eine wachsende Community, der Trend boomt in immer mehr Ländern und ist nun auch endlich im deutschsprachigen Raum angekommen. Ich mache Poledance nun seit knapp 2 Jahren. In dieser Zeit habe ich so viel erlebt, Höhen und Tiefen gehabt, viel über mich selbst gelernt und hab das ein oder andere physikalische Gesetz widerlegen können 😉
Poledance ist für mich der wichtigste und schönste Sport der Welt, ein Hobby, das dich körperlich und seelisch aufbaut und gesund hält und eine Beschäftigung, die ich immer mit einem Lächeln auf den Lippen beende.

In diesem Sinne… Ab nun folgen auf dieser Seite wöchentliche Artikel rund um das Thema Poledance: Erfahrungen, Trainingstipps rund um Poledance selbst und alles was es noch drum herum gibt.

Liebe Grüße von einer Neu-Bloggerin.. Ich freu mich schon drauf!
Antya